VOS auf Roadshow mit der Ausstellung "An der Grenze erschossen".
In enger Kooperation mit dem Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED Diktatur Sachsen-Anhalt, der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewalttaten (UOKG), der Stiftung Aufarbeitung (Berlin) , der örtlichen Städte und Gemeinden erinnern wir an die Todesopfer  an der innerdeutschen Grenzen zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. 
Stolberg / Harz
19.April 17 Uhr  feierliche Eröffnung mit Kranzniederlegung , u.a. mit Vertretern der Opferverbände und der Stadt Stolberg. Letzter Tag der Ausstellung 22.05.2024.
Vorträge
26.April 18 Uhr Verraten und verkauft
06.Mai 18 Uhr Grenzgeschichten
Öffnungszeiten 
19.April - 22.Mai 2024
Dienstag - Freitag von 12-16 Uhr
Samstag u Sonntag von 12-17 Uhr

Die Veranstaltungsadresse lautet:

St.-Martinikirche Stolberg

Markt 1A

06536 Südharz | OT Stolberg (Harz)

Ankündigung:
Quedlinburg
07.Juni 17 Uhr feierliche Eröffnung mit Kranzniederlegung u.a. Vertreter der Landesbehörde zur Aufarbeitung der SED Diktatur, dem Landrat und Vertreter der Stadt und Opferverbände.
 
Vorträge
13.Juni 18 Uhr Grenzgeschichten
24. Juni 18 Uhr Verraten und verkauft
Öffnungszeiten
07. Juni -  05. Juli
Goslar / Harz
12.Juli - 23-August 2024 17 Uhr, feierliche Eröffnung mit Kranzniederlegung und Vertretern der Landesbeauftragten Sachsen-Anhalt und der Stadt Goslar,

 

 

Vortrag und Dikussion

"Verraten und Verkauft"

 

lautet der Titel des Vortrags, der im Rahmen der Ausstellung im St. Katharinenstift in der Lutherstadt Eisleben am Donnerstag, den 19. Oktober 2023 stattfindet. Der Gastredner der VOS Mansfelder Land  wird hier ab 19.00 Uhr unter anderem über das Schicksal zweier Schüler sprechen, sich aber auch der Frage widmen, wie die DDR ihre politischen Häftlinge nach Westdeutschland verkaufte. Im Anschluss findet eine Diskussion statt. Der Eintritt ist frei.

29. September 2023 Ausstellungseröffnung

An der Grenze Erschossen

 

In  der Lutherstadt Eisleben wurde durch den Oberbürgermeister Karsten Staub, die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Herr Maik Künzel Büroleiter der SPD Abgeordneten Frau Katrin Budde und Herr Michael Teupel die Ausstellung

"Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Sachsen-Anhalt und anderen Grenzen des Ostblocks 1949-1989" eröffnet.

 


Gedenkfahrt nach Hötensleben am 26.05.2023

 

Am 26.05.2023 wurde von der VOS in Sachsen-Anhalt e. V. eine Gedenkfahrt nach Hötensleben durchgeführt. Inhalt der Fahrt war das Gedenken der Opfer zum

71. Jahrestag der Zwangsaussiedlung an der innerdeutschen Grenze sowie der Austausch unter allen Beteiligten.

An der Gedenkstunde nahmen 29 Personen teil. Darunter befanden sich Mitglieder der VOS in Sachsen-Anhalt sowie weitere Betroffene und Verfolgte der SED-Diktatur oder deren Angehörige und Gäste. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden im Vorfeld durch Einladung über die Gedenkfahrt informiert.

Die Gedenkrede für diesen Anlass hielt Herr Dieter Dombrowski Vorsitzender der UOKG. Auch nach 71 Jahren Zwangsaussiedlung ist dieses Ereignis bei den Beteiligten noch sehr emotional aufgeladen.

Schülerinnen und Schülern aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben anlässlich des Gedenktages einen Podcast erstellt und gemeinsam vorgestellt. Es fand in würdevoller Form ein Opfergedenken mit anschließender Kranzniederlegung statt.

 

 

Die Gedenkstunde am Grenzdenkmal wurde von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen als sehr festlich empfunden. Sie betonten, dass sie ohne die Initiative der VOS in Sachsen-Anhalt und der Förderung der Landesbeauftragten zu Aufarbeitung der DDR-Diktatur die Besuchsmöglichkeit nicht gehabt hätten. Anschließend waren unsere Mitglieder und Gäste nach Eilsleben im Gasthaus Zur Eisenbahn zum gemeinsamen Mittagessen eingekehrt. 

Gedenkstele für die im Jahr 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht in Tangermünde gefangen gehaltenen Zivilisten

 

Die Einweihung der Gedenkstele fand am 18.10.2016 statt. (Foto: Edda Ahrberg)

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Faltblatt zur Gedenkstele in Tangermünde
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Zeitzeugen gesucht!


Als Verein, der sich für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft einsetzt, interessieren wir uns für Ihr persönliches Schicksal. Daher freuen wir uns über jeden Zeitzeugen, der uns seine Geschichte anvertrauen möchte - selbstverständlich auch ohne eine Mitgliedschaft im Verein!

Wenn Sie über Ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen möchten, kontaktieren Sie uns bitte einfach per Telefon, E-Mail, Brief oder Kontaktformular. Wir nehmen uns gerne Zeit für Ihre Geschichte!

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Verschiedenes:


Rede von Rudolf Evers, Gedenkveranstaltung zum 17. Juni 1953, Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 17.06.2015


Dieser Ort, an dem wir uns Jahr für Jahr zusammenfinden zum Gedenken und zu Ehren der Opfer von Gewalt und Terrorherrschaft, ist kein schöner Ort. Doch er ist geadelt durch das Leid, das Menschen hier erdulden mussten, die sich für Freiheit und Demokratie einsetzten. Auch geadelt durch die Würde mit der sie die menschenunwürdige Behandlung durch die STASI-Schergen der SED ertrugen und sich weder beugten noch zerbrachen.


Mit diesen Menschen – denn es sind noch einige hier – und mit Ihnen wollen wir uns erinnern an einen großen Tag in unserer Geschichte, den 17. Juni 1953.


Es waren nur acht Jahre nach dem Inferno des Zweiten Weltkrieges, nach Not und Tod und den traumatischen Erlebnissen, die auch kein Ende nahmen, als in der sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR, das nationalsozialistische Terrorregime nahtlos in die kommunistische Diktatur überging. Die Gestapo wurde durch den sowjetischen Geheimdienst und die STASI ersetzt und alle operierten mit den gleichen Terrormethoden unter denen die Bevölkerung zu leiden hatte und unter Druck gehalten wurde.


Und es brauchte Menschen, die sich trotzdem nicht einer neuen Diktatur beugen wollten und den Mut aufbrachten auch unter diesen unsäglichen Verhältnissen auf die Straße zu gehen.


Dieser Tag, der 17. Juni 1953, so hoffnungsvoll beginnend als Streik der Bauarbeiter in der Stalinallee in Berlin, weitete sich in wenigen Stunden zu einem Volksaufstand aus, in dem es nicht mehr nur um Normen und Löhne ging, sondern um freie Wahlen gegen ein Regime, das seiner Bevölkerung nicht nur die Menschenrechte vorenthielt, sondern auch seine legitimen Bedürfnisse weder in moralischer noch materieller Hinsicht zu befriedigen in der Lage noch willens war.


Jetzt zeigte sich, jenseits aller Propaganda und Transparentitis, dass das DDR-Regime keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung hatte und nur auf den Spitzen der Bajonette der sowjetischen Besatzungsmacht stand, denn nur durch das brutale Eingreifen der sowjetischen Soldaten und Panzer konnte der Volksaufstand blutig niedergeschlagen werden.


Die Sowjets fürchteten einen Flächenbrand in Osteuropa, denn in ihren anderen Satellitenstaaten waren auch nur Marionetten Moskaus als Stadthalter eingesetzt, in denen zum Teil noch schlechtere Bedingungen als in der DDR herrschten. Die späteren Aufstände in Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei zeigten das ganze Ausmaß der Unzufriedenheit auch dieser Völker, deren heldenhafte Freiheitskämpfe das gleiche tragische Schicksal unter der Knute der Sowjet-Armee erlitten wie die Bevölkerung der DDR im Juni 1953.


Trotzdem war es ein Pyrrhus-Sieg der Sowjets, die ja die Weltherrschaft des Kommunismus anstrebten, denn die internationalen Auswirkungen der niedergeschlagenen Aufstände zeigten der Welt das wahre Gesicht des Kommunismus und viele Sympathisanten in der westlichen Welt begannen in ihrem Glauben an das vermeintlich „bessere“ und „gerechtere“ System zu zweifeln. Viele kommunistische Parteien Westeuropas lösten sich von ihrem bedingungslosen Gehorsam gegenüber der Moskauer Führung.


Es war der Beginn der inneren Erosion des kommunistischen Weltlagers, dessen Auflösung wir alle mit Solidarność, Perestroika und Glasnost erlebt haben, wenn es auch noch ein jahrzehntelanges Leiden in Unfreiheit bedeutete.


Unser verehrter Herr Bundespräsident Roman Herzog sagte zum 17. Juni in Berlin im Jahre 2003 folgendes sagte:


„In der deutschen Geschichte gibt es viele Tage, die mit Niederlagen und Irrtümern zusammen hängen. Der 17. Juni war äußerlich eine Niederlage, aber er war kein Irrtum und darum können wir heute sagen: Der 17. Juni 1953 ist ein stolzer Tag der deutschen Geschichte.“


Und in der Tat gibt es kaum einen Tag, der mehr gefeiert und mehr gehasst war. In der Bundesrepublik wurde der 17. Juni ein Feiertag, während in der DDR die SED nichts so fürchtete wie die Erinnerung an den Volksaufstand vom 17 Juni 1953.


Denn wie sollte man erklären, dass in einem Arbeiter- und Bauernstaat die Arbeiter und Bauern gegen ihre eigene Regierung revoltieren. Die Beweise, die die SED von der STASI forderte, um die These von einem faschistischen Putsch zu untermauern, konnte sogar die geniale Fälscher-Werkstatt der STASI bis zum Ende ihrer Herrschaft nicht liefern. Weil es keine gab.


Allerdings gelang es den Sowjets und ihren Schergen in der SED nach der Niederschlagung des Volksaufstandes durch Auslösung blanken Terrors eine trügerische Friedhofsruhe für Jahrzehnte herzustellen, ohne jedoch bei eigenem Unvermögen ihre sozialistische Planwirtschaft effektiv gestalten zu können und schon gar nicht die Sehnsucht des Volkes nach Freiheit und Demokratie auszulöschen.


Das Gelingen der Friedlichen Revolution zeigt, dass dies tatsächlich auch nicht durch Todesurteile und hohe Zuchthausstrafen gegen Teilnehmer des Volksaufstandes erreicht werden konnte. Die zwei Volksaufstände in der DDR, der 17. Juni 1953 und die Friedliche Revolution 1989, eine geschichtlich kurze Zeit von 36 Jahren, zeigten dagegen der Weltöffentlichkeit, dass die Idee der freiheitlichen Demokratie auch in Mitteldeutschland eine feste Grundlage hat und so die Voraussetzung für das Vertrauen der Völkergemeinschaft bildete und zu ihrer Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands führte.


Deshalb dürfen wir mit Stolz auf die mutigen Frauen und Männer blicken, die sich 1953 nicht mit einer neuen Diktatur abfinden wollten. Viele Ältere von uns können vollen berechtigten Stolzes sagen: „Wir waren dabei.“


Freiheit und Demokratie, die Ziele des Volksaufstandes 1953, sind heute für uns Realität und Selbstverständlichkeit geworden. Wir sollten aber nicht vergessen, dass es 1953 Lebensgefahr bedeutete für diese heutige Selbstverständlichkeit einzutreten.


Deshalb im Namen der noch lebenden Teilnehmer des Volksaufstandes am 17. Juni 1953, der ehemaligen Häftlinge und aller Verfolgten des Kommunismus, stehen wir zu unserem Versprechen für unsere errungene freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung jederzeit einzutreten und gegen alle Angriffe des Links- und Rechtsextremismus zu verteidigen.


(Es folgten eine Gedenkminute und die Kranzniederlegung.)









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Rundbrief der Lagergemeinschaft Workuta 2015
Rundbrief_2015_Lagergemeinschaft Workuta
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